Blog

Content-Inventur in 90 Minuten: Blog per Website-Crawl als Wissensbasis in Content-Office

Die schnellste Qualitätsverbesserung für KI-Entwürfe entsteht, wenn vorhandenes Wissen sauber eingebunden ist. Statt lange Briefings zu schreiben, lässt sich ein bestehender Blog in rund 90 Minuten als tragfähige Wissensbasis nutzbar machen: Relevante Artikel werden per Website-Crawl eingebunden, veraltete Inhalte ausgesiebt und mit ein paar klaren Freitext-Regeln gesteuert. Das Ergebnis sind fundierte, markenkonforme Entwürfe – ohne generische Floskeln.

Was nach 90 Minuten steht

  • Der Blog ist als Referenzquelle eingebunden, auf die richtigen Bereiche begrenzt (z. B. /blog/ oder /magazin/).
  • Ein Satz klarer Freitext-Regeln steuert Aktualität, bevorzugte Begriffe und No‑Go‑Formulierungen.
  • Veraltete oder irrelevante URLs sind ausgeschlossen; Dopplungen werden durch den automatischen Dubletten‑Check sichtbar.
  • Ein kurzer Testlauf zeigt, wie KI‑Entwürfe Ton, Beispiele und Terminologie aus Ihrem Blog übernehmen.

Der 90‑Minuten‑Ablauf (Zeitboxen)

0–15 Minuten: Zielbild und Filter definieren

  • Geltungsbereich festlegen: Welche Blogbereiche sind fachlich belastbar und evergreen? Beispiel: „How‑tos“ und „Cases“ ja, „Firmennews“ nur die letzten 12 Monate, keine Tag‑Seiten oder Autorenprofile.
  • Aktualitätsregel notieren: „Bevorzuge Inhalte ab Jahr X; ältere Beiträge nur als Hintergrund, keine Daten oder Preise übernehmen.“
  • Terminologie-Entscheidungen sammeln: 5–10 Kernbegriffe, die künftig genau so geschrieben werden sollen.

15–35 Minuten: URLs einsammeln – schnell und strukturiert

  • Start mit der Sitemap: domain.tld/sitemap.xml öffnen, Blog‑Sitemap identifizieren (z. B. /post-sitemap.xml) und die Blog‑Basis-URL notieren.
  • Alternativ per Navigation: Kategorien/Landingpages des Blogs erfassen (z. B. /blog/how-to/, /blog/cases/).
  • Kandidaten markieren, die ausgeschlossen werden sollen: Tag‑Archive (/tag/), Paginierungen (/page/2/), Autoren‑Seiten (/author/), Feeds (/feed/), Suchergebnisse (/search/).

35–55 Minuten: Website‑Crawl in Content‑Office einrichten

  • Blog‑Start oder relevante Kategorie‑Seiten als Quellen hinzufügen und den Crawl aktivieren.
  • Pfade eingrenzen: Nur Verzeichnisse, die wirklich Artikel enthalten (z. B. /blog/, /magazin/). Unerwünschte Pfade explizit ausschließen (z. B. /tag/, /page/, /author/, /feed/).
  • Stichprobe prüfen: 3–5 gecrawlte Artikel öffnen. Sind Teaser‑Seiten oder Druckversionen dabei? Diese Pfade ergänzend ausschließen.

55–70 Minuten: Freitext als Regelwerk

  • Aktualitäts- und Prioritätsregeln: „Nutze bevorzugt Inhalte ab 2022; verwende ältere Daten nur mit ‚Stand: Jahr‘. Preise nie ohne aktuellen Check übernehmen.“
  • Terminologie: „Wir schreiben konsequent ‚Wärmepumpe‑System‘ (nicht ‚WP‑Anlage‘), ‚Servicevertrag‘ (nicht ‚Wartungsabo‘).“
  • Tonalität & Stil: Stichworte zur Ansprache, Satzlängen, Beispiele bevorzugt aus Praxisfällen statt „Trends“.
  • No‑Gos wörtlich festhalten: „Kein Superlativ ‚führend‘, keine Heilsversprechen, keine Aussagen zur Rechtssicherheit.“

70–85 Minuten: Testlauf und Qualitätscheck

  • Ein aktuelles Thema anlegen (z. B. „Förderupdate Wärmepumpe 2026 – was ändert sich für Bestand?“) und Blog + einen Social‑Kanal auswählen.
  • Entwürfe erstellen lassen und den automatischen Qualitätscheck sichten: Ton, Grammatik, Dopplungen.
  • Kleine Hinweise per Auto‑Fix beheben, heikle Fakten manuell anpassen. Prüfen, ob Terminologie wie definiert verwendet wurde.

85–90 Minuten: Sauber abschließen

  • Dubletten‑Hinweise evaluieren: Falls stark ähnliche Artikel im Blog existieren, ältere Quelle im Crawl deaktivieren oder im Freitext gezielt als „Hintergrund, nicht zitieren“ markieren.
  • Kurzen Notizzettel anlegen: Nächste Crawl‑Ergänzungen (z. B. zwei wichtige Pillar‑Posts, die noch fehlen).

Was in den Crawl gehört – und was nicht (Checkliste)

  • Muss: Evergreen‑Guides, How‑tos, Case‑Studys, Glossar/Pillar‑Seiten, Produkt- und Prozessartikel mit stabilen Aussagen.
  • Optional: News der letzten 6–12 Monate, sofern sie Kontext erklären (Messe‑Recaps, Launch‑Erklärstücke).
  • Nicht: Tag-/Autoren-/Suchseiten, Paginierungen, Feeds, Druckversionen, abgelaufene Aktionen, rechtlich heikle Aussagen ohne Review.

Praxisbeispiele: drei Setups

B2B‑Mittelstand (Maschinenbau)

  • Einbinden: /blog/technologie/ und /blog/praxis/
  • Ausschließen: /blog/news/ vor 2022, /tag/, /page/, /author/
  • Freitext‑Regeln: „Einheiten immer metrisch, Toleranzen mit Bereich nennen, keine absoluten Leistungsversprechen.“
  • Effekt: Produktnahe Artikel übernehmen korrekt Terminologie und typische Anwendungsbeispiele aus bestehenden Case‑Studys.

Agentur mit Themenhub

  • Einbinden: Pillar‑Seiten (z. B. /wissen/seo‑grundlagen/), dazu 5–10 beste Unterseiten je Pillar.
  • Ausschließen: Kundennews, die nicht allgemein gelten.
  • Freitext‑Regeln: „Beispiele anonymisieren, keine Kundennamen ohne Freigabe nennen.“
  • Effekt: KI‑Entwürfe argumentieren entlang des eigenen Frameworks statt beliebiger Drittquellen.

E‑Commerce mit Magazin

  • Einbinden: Ratgeber‑Serien (z. B. /magazin/beratung/), Pflege‑ und Größenratgeber.
  • Ausschließen: Sales‑Posts, saisonale Aktionen, abgelaufene Gutscheine.
  • Freitext‑Regeln: „Keine Preisnennungen, keine Lieferzeiten; bei Produktbezug Fokus auf Nutzen und Pflegehinweise.“
  • Effekt: Produktnahe Inhalte bleiben sachlich und zeitstabil, ohne Kaufversprechen.

Häufige Stolpersteine – und schnelle Fixes

  • Teaser statt Vollartikel gecrawlt: Kategorie‑Teaser erkannt? Pfad der Einzelartikel prüfen und gezielt diese Verzeichnisse zulassen, Teaser‑Pfade ausschließen.
  • Alte Aussagen schleichen sich ein: Im Freitext „veraltete Inhalte nicht zitieren“ definieren und betroffene Verzeichnisse deaktivieren oder zeitlich eingrenzen.
  • Doppelte Inhalte (Blog vs. PDF): Dubletten‑Hinweis prüfen; eine Quelle priorisieren (z. B. PDF mit harten Daten, Blog für Tonalität).
  • Serien mit ähnlichen Titeln: Ältere Serienteile im Freitext als Hintergrund markieren, damit die KI bevorzugt die aktuellsten Teile nutzt.
  • Unsaubere Terminologie: Wiederkehrende QA‑Hinweise in den Freitext übernehmen (Terminologie‑Liste fortschreiben), dann kurz nacherzeugen.

Messbare Effekte nach der Inventur

  • Weniger Nacharbeit: Korrekturschleifen pro Artikel reduzieren sich spürbar (Ziel: unter zwei Runden).
  • Terminologie‑Trefferquote: Anteil der exakt verwendeten Kernbegriffe steigt; Monitoring über stichprobenartiges Review.
  • Weniger Dopplungen: QA‑Warnungen zu inhaltlichen Überschneidungen gehen zurück, weil veraltete Quellen deaktiviert wurden.
  • Schneller zur Freigabe: Zeit vom Entwurf bis zur Freigabe sinkt, weil Beispiele und Ton bereits passen.

Pflege‑Rhythmus: 30‑Minuten‑Quartalscheck

  • 3–5 neue Top‑Artikel in den Crawl aufnehmen, 3 veraltete entfernen oder abwerten.
  • Freitext anpassen, wenn der QA‑Verlauf wiederkehrende Korrekturen zeigt (z. B. neue Begriffe, aktualisierte Formulierungen).
  • Ein Kurztest: Ein Artikel und ein Social‑Post erzeugen, prüfen, ob Ton und Beispiele weiterhin sitzen.

Fazit

Eine fokussierte Content‑Inventur verwandelt Ihren bestehenden Blog in eine präzise Wissensbasis für Content‑Office. Mit wenigen, klaren Schritten – Pfade eingrenzen, veraltete Inhalte ausschließen, Terminologie festlegen – steigen Relevanz und Qualität der Entwürfe sofort. Wer das Setup in 90 Minuten aufsetzt und quartalsweise nachjustiert, spart dauerhaft Zeit in der Freigabe und veröffentlicht konsistenter. Wer es ausprobieren möchte: Content‑Office lässt sich 30 Tage kostenlos testen – ideal, um die Inventur direkt in der Praxis zu verproben.

Zurück zur Übersicht